Arbeitsschutz im Krankenhaus
Photoroyalty/Shutterstock.com

Arbeitsschutz im Krankenhaus: Das Wohlergehen der Mitarbeiter im Fokus

Krankenhauspersonal ist vielfältigen Gefahren und Risiken ausgesetzt. Zwar stellt das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) den grundsätzlichen Arbeitsschutz im Krankenhaus sicher, jedoch macht das erhöhte Gefährdungspotential darüber hinausgehende Arbeitsschutzmaßnahmen erforderlich. Alles Wichtige zum Thema erfahren Sie hier.

In diesem Artikel:

Warum ist Arbeitsschutz im Krankenhaus unverzichtbar?

Einerseits unterliegen die Mitarbeiter in Krankenhäusern hohen physischen Belastungen durch die oftmals körperlich anstrengende Pflege der Patienten. Andererseits führen sie Personalknappheit, lange Arbeitszeiten und Schichtdienst immer wieder an ihre Belastungsgrenzen. Hinzu kommt die ständige Bedrohung der eigenen Gesundheit durch Bakterien und Viren. Auch Nadelstichverletzungen, bei denen Infektionen wie Hepatitis übertragen werden können, sind nicht zu unterschätzen. Der verstärkte Arbeitsschutz im Krankenhaus dient dazu, diese Risiken zu minimieren und die körperliche und psychische Unversehrtheit des Klinikpersonals sicherzustellen.

Ärtzin mit Schutzkleidung
S-FTW/Shutterstock.com

Arbeitsschutz im Krankenhaus: Welche Verantwortung trägt die Klinikleitung?

Als Arbeitgeber ist die Klinikleitung laut Arbeitsschutzgesetz zu einer Gefährdungsbeurteilung im Krankenhaus verpflichtet. Diese hilft dabei, potenzielle Gefahren an den Arbeitsplätzen zu identifizieren. Im Anschluss gilt es, geeignete Maßnahmen zum Arbeitsschutz im Krankenhaus zu beschließen und zu realisieren. Grundlage für eine erfolgreiche Umsetzung der Arbeitsschutzmaßnahmen ist die regelmäßige Sicherheitsunterweisung des Klinikpersonals.

Die Klinikleitung kann ihre Verantwortung für den Arbeitsschutz im Krankenhaus delegieren. Nach § 13 Abs. 2 ArbSchG darf der Arbeitgeber fachkundige Mitarbeiter schriftlich beauftragen, die ihm obliegenden Aufgaben bezüglich Arbeitsschutz im Krankenhaus eigenverantwortlich wahrzunehmen. Geeignete Personen wären beispielsweise Fachkräfte für Arbeitssicherheit sowie Sicherheitsbeauftragte.

Trotz Delegation bleibt die Klinikleitung aber weiterhin für die ordnungsgemäße Auswahl und Überwachung der beauftragten Person verantwortlich.

Welche Besonderheiten sind beim Arbeitsschutz im Krankenhaus zu berücksichtigen?

Aufgrund des hohen Gefahrenpotentials in Kliniken sind die Anforderungen an den Arbeitsschutz im Krankenhaus besonders hoch. Arbeitgeber müssen eine Vielzahl rechtlicher Vorgaben beachten. Neben Vorschriften des Arbeitsschutzgesetzes kommen im Krankenhaus gegebenenfalls auch Richtlinien der Gefahrstoffverordnung, der Biostoffverordnung, der Strahlenschutzverordnung sowie der Betriebssicherheitsverordnung zum Tragen.

Ein weiteres wichtiges Stichwort beim Thema Arbeitsschutz im Krankenhaus ist die Hygiene. Gegen viele Medikamente resistente und daher extrem gefährliche Krankenhauskeime können das Leben des Krankenhauspersonals und der Patienten beeinträchtigen. Deshalb gilt es, Keimverschleppung so gut wie möglich zu vermeiden.

Dabei kommt es nicht nur darauf an, dass Reinigungskräfte ihre Arbeit gewissenhaft erledigen. Es ist auch sicherzustellen, dass sich vor allem Krankenhausmitarbeiter mit Patientenkontakt regelmäßig die Hände desinfizieren und chirurgische Eingriffe nach der sogenannten keimfreien Methode erfolgen.

Regelmäßige Schutz-Unterweisungen sorgen dafür, dass wichtige Handlungsanweisungen im Gedächtnis bleiben. Um den Arbeitsschutz im Krankenhaus zu gewährleisten, müssen auch die Besucher über erforderliche Hygienemaßnahmen aufgeklärt werden und zu deren Einhaltung verpflichtet werden.

Welche sind die wichtigsten Maßnahmen zum Arbeitsschutz im Krankenhaus?

Grundsätzlich ist die Arbeit im Krankenhaus so zu gestalten, dass Gefährdungen für das Leben und die Gesundheit der Mitarbeiter minimiert und verbleibende Risiken möglichst gering gehalten werden. Dabei ist der aktuelle Stand der Technik, der Arbeitsmedizin und der arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisse zu berücksichtigen.

Zum Arbeitsschutz im Krankenhaus gehören sowohl die arbeitsmedizinische Vorsorge als auch die persönliche Schutzausrüstung. Erstere zielt auf das frühzeitige Erkennen und Verhindern arbeitsbedingter Erkrankungen ab. Teil dieser Maßnahmen ist die Beratung hinsichtlich potenzieller Risiken. Ob diese freiwillig oder verpflichtend erfolgt, richtet sich nach der jeweiligen Gefährdungsbeurteilung.

Die persönliche Schutzausrüstung (PSA) dient sowohl dem Arbeitsschutz im Krankenhaus als auch dem Schutz der Patienten. Zu den wichtigsten Teilen dieses Equipments in Bezug auf Keimübertragungen gehören Einmalhandschuhe und Atemschutzmasken. In einigen Bereichen kann eine PSA darüber hinaus flüssigkeitsdichte Kleidung und Schuhe umfassen.

Welche Vorteile bietet der Arbeitsschutz im Krankenhaus?

Der Arbeitsschutz im Krankenhaus schützt sowohl Personal als auch Patienten bestmöglich vor gesundheitlichen Risiken. Gleichzeitig profitiert das Krankenhaus als Unternehmen von einer gewissenhaften Einhaltung der Arbeitsschutzmaßnahmen. Ein guter Arbeitsschutz im Krankenhaus kann die Zahl der krankheitsbedingten Ausfälle nachweislich reduzieren. Überdies steigert ein gesundes Arbeits- und Betriebsklima die Motivation der Mitarbeiter.

Krankenhauspersonal reinigt Zimmer
nimito/Shutterstock.com

Arbeitsschutz im Krankenhaus: Welche Besonderheiten gelten für Schwangere?

Schwangere bedürfen eines besonderen Schutzes. Eine entscheidende Rolle spielt hierbei das Mutterschutzgesetz (MuSchG). Es legt fest, dass Arbeitsplatzumgestaltungen oder Arbeitsplatzwechsel in der Klinik vorzunehmen sind, um die Sicherheit der werdenden Mutter und des ungeborenen Lebens zu gewährleisten. Arbeitgeber sind zu diesen Maßnahmen verpflichtet, sollten schwangere Mitarbeiterinnen durch Gesundheitsgefahren bedroht sein. Lässt sich der Arbeitsschutz im Krankenhaus nicht ausreichend sicherstellen, dürfen die Betroffenen dort bis zum Ende der Schwangerschaft nicht arbeiten.

Warum müssen Maßnahmen zum Arbeitsschutz im Krankenhaus immer wieder aktualisiert werden?

Damit Arbeitsschutzmaßnahmen ihren Zweck erfüllen, müssen sie fortlaufend an den aktuellen Stand der Technik, der Hygiene und der Arbeitswissenschaft angepasst werden. Des Weiteren macht jede Veränderung in den betrieblichen Abläufen die Überprüfung bestehender Maßnahmen erforderlich. Bei Umbauten kann das ebenso der Fall sein, wie bei Neuorganisationen. Treten Unfälle gehäuft auf, werden Vorschriften oder Gesetze geändert, ist eine Arbeitsschutz-Anpassung im Krankenhaus unumgänglich.


Haben Sie Fragen zu unserem Blog oder zu einem bestimmten Thema?

Wir freuen uns auch über Themen-Anregungen oder Ergänzungshinweise.

Hinweise zum Datenschutz können Sie unserer Datenschutzerklärung entnehmen.