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Arzt überprüft sein Gehalt
Madcat_Madlove/Shutterstock.com

Arzt-Gehalt: Welcher Arzt bekommt wie viel?

Als Ärztin oder Arzt haben Sie einen anspruchsvollen und anstrengenden Beruf mit viel Verantwortung. Entsprechend zählen Sie als Arzt zu den Top-Verdienern in Deutschland. Dennoch gibt es in dieser Berufsgruppe einige Unterschiede, die neben der jeweiligen Position auch damit zusammenhängen, ob ein Arzt seiner Tätigkeit in einer Klinik nachgeht oder in einer eigenen Praxis. In diesem Artikel machen wir den Gehaltscheck und Sie erfahren unter anderem, welcher Arzt das höchste Gehalt erhält, welche Fachrichtung generell am meisten Geld verdient und ob es einen großen Gehaltsunterschied zwischen einer Anstellung im Krankenhaus und einer selbständigen Tätigkeit als Arzt gibt.

In diesem Artikel:

Einflussfaktoren auf das Gehalt als Arzt

In der Regel orientiert sich ein Arzt-Gehalt am Tarifvertrag des Arbeitgebers. Regionale Unterschiede sind daher eher selten auszumachen. Dennoch gibt es Kriterien, die das Arzt-Gehalt beeinflussen können. Dazu zählen:

  • Art der Anstellung: Während ein Arzt in Festanstellung ein monatlich vereinbartes Gehalt erhält, kann das Gehalt bei einem selbständig arbeitenden Arzt, wie beispielsweise ein Honorararzt oder einem Arzt, der eine eigene Praxis betreibt, variieren. Das Gehalt von Ärzten in Festanstellung ist daher wie bereits erwähnt meist an Tarifverträge gekoppelt. Ein Arzt in Selbständigkeit dagegen kann in Form von Honorararztverträgen oder monatlichen Verdienstzahlungen aus der Praxis sein Gehalt selbst bestimmen.
  • Gehaltsmodelle: Je nachdem, ob ein vertragliches Festgehalt vereinbart wurde, oder ob ein Gehalt an die Auslastung der Praxis oder Klinik gebunden ist, kann das Arzt-Gehalt höher oder niedriger ausfallen.
  • Zahlung nach Tarif: Ein weiterer Faktor, der das Arzt-Gehalt beeinflusst ist, ob eine Bezahlung nach Tarifvertrag vereinbart wurde, oder ob eine außertarifliche Bezahlung angemessen ist.
  • Berufserfahrung und Qualifikation: Ein Assistenzarzt verdient während der fünf bis sechs Jahre Assistenzzeit zu Beginn weniger, als gegen Ende seiner beruflichen Ausbildung in einer Praxis oder Klinik. Anschließend verdienen Ärzte in der Regel mehr Geld, umso mehr Berufserfahrung sie vorweisen können.
  • Position: In höheren Positionen verdienen Ärztinnen und Ärzte ein höheres Gehalt, haben dafür jedoch auch mehr Verantwortung (z.B. Personalverantwortung) zu tragen.

Wie viel verdient ein Arzt in einem Krankenhaus oder Klinikum?

In Krankenhäusern richtet sich das Gehalt einer Ärztin oder eines Arztes nach dem jeweiligen Tarifvertrag. Egal, ob Assistenzarzt, Facharzt, Oberarzt oder leitender Oberarzt – ihr Gehalt ist meist an die tariflichen Vereinbarungen gebunden. Ausnahmen bilden nur Chefärzte und teilweise auch Oberärzte, die zu den Top-Verdienern zählen und deren Gehälter mit dem Arbeitgeber unabhängig vereinbart werden. Anhand der Berufserfahrung und Qualifikation wird das Gehalt ermittelt und der Arzt wird in die passende Entgeltgruppe eingeordnet. Somit ist es selbsterklärend, dass das Assistenzarzt-Gehalt geringer ist als das eines leitenden Oberarztes. 2022 waren die jährlichen Durchschnittsgehälter von Ärzten in einem Krankenhaus wie folgt:

  • Chefarzt: 150.000 – 450.000 Euro brutto pro Jahr
  • Oberarzt: 90.000 – 165.000 Euro brutto pro Jahr
  • Facharzt: 70.000 – 95.000 Euro brutto pro Jahr
  • Assistenzarzt: 55.000 – 70.000 Euro brutto pro Jahr

Die Varianz der Gehälter für angestellte Ärztinnen und Ärzte entsteht durch die unterschiedlichen Tarifverträge, die es in Deutschland gibt. Universitätskliniken, kommunale Krankenhäuser und private Krankenhäuser haben jeweils verschiedene Verträge anhand derer sich das Gehalt der dort angestellten Ärzte und Ärztinnen ergibt. Nimmt man als Rechenbeispiel das monatliche Brutto-Einstiegsgehalt eines Assistenzarztes, werden die Unterschiede im Vergleich der in den verschiedenen Häusertypen deutlich:

  • Uniklinik: circa 4.800 Euro brutto
  • Kommunales Krankenhaus: circa 5.100 Euro brutto
  • Privates Krankenhaus: ca. 5.200 Euro brutto

Gehaltsunterschiede zwischen den Fachbereichen

Auf das Arzt-Gehalt wirken sich sowohl das Angestelltenverhältnis (Klinik/Praxis), als auch das Fachgebiet aus. Je nach Spezialisierung ist eine große Gehaltsspanne zu erkennen: Während zum Beispiel ein Chirurg mit circa 103.000 Euro brutto pro Jahr bereits ein sechsstelliges Gehalt hat, liegt ein Allgemeinmediziner mit einem Bruttojahresgehalt von circa 66.000 Euro brutto um einiges darunter. Nach Fachrichtung gegliedert, verdienen Ärzte folgendes durchschnittliches Gehalt:

Medizinische Gehälter im Überblick
Stand März 2022

Obwohl die Tarifverträge das Grundgehalt aller Fachärzte in Krankenhäusern vorgeben, erzeugen Zuschläge für Nacht- und Bereitschaftsdienste oder Verantwortung für unterstelltes Personal weitere Unterschiede beim Arzt-Gehalt.

Gender-Gap: Wie hoch sind die Gehaltsunterschiede zwischen Ärzten und Ärztinnen?

Der Stepstone Gehaltsreport 2023 macht deutlich: Die Gehaltsunterschiede zwischen Ärzten und Ärztinnen bleiben auch im Jahr 2023 ein Thema von großer Relevanz. Laut dem Stepstone Gehaltsreport 2023 ergibt sich ein deutlicher Unterschied in den Verdiensten zwischen den Geschlechtern. Ärztinnen verdienen im Durchschnitt ein Gehalt von 86.879 Euro brutto pro Jahr, während ihre Ärzte mit 100.371 Euro jährlich entlohnt werden. Dieser signifikante Gehaltsunterschied lässt sich möglicherweise durch Unterschiede in der Berufserfahrung erklären.
In der Regel haben Ärzte tendenziell eine längere Berufserfahrung, da sie weniger häufig berufliche Auszeiten, insbesondere bedingt durch die Betreuung der Kinder, nehmen. Sie sammeln daher im Laufe der Zeit mehr Erfahrung und Expertise, was wiederum zu einem Gehaltsunterschied führen kann.

Wie viel verdient ein niedergelassener Arzt mit eigener Praxis?

Bei einem niedergelassenen Arzt oder einer niedergelassenen Ärztin mit einer eigenen Praxis ist die Ermittlung des durchschnittlichen Lohns nicht ganz so einfach. Das liegt daran, dass selbst im gleichen Fachbereich die Einnahmen und Ausgaben von Praxen sehr unterschiedlich sein können. Folgende Faktoren beeinflussen Ihr Bruttogehalt als Arzt oder Ärztin mit einer eigenen Praxis:

  • Größe der eigenen Praxis
  • Einzugsgebiet, aus dem die Patienten kommen
  • Maximale Arbeitszeit
  • Behandlungsmöglichkeiten in den Praxisräumen, sprich konservativ oder operativ

Betrachtet man den Reinertrag einer Praxis pro Jahr (brutto), der nach Abzug von Personalkosten und aller sonstigen Ausgaben entsteht, verdienen Ärzte in folgenden Fachrichtungen ein unterschiedliches Bruttogehalt:

Medizinische Einnahmen im Überblick
Stand März 2022 - praktischarzt.de

Während Ärztinnen und Ärzte im Fachbereich der Kinder- und Jugendmedizin, der Gynäkologie sowie der Allgemeinmedizin mit ihrem Gehalt eher im hinteren Bereich rangieren, liegen Ärztinnen und Ärzte in den Bereichen der Orthopädie und der Augenheilkunde mit dem Gehalt sichtbar im Mittelfeld. Ein niedergelassener Arzt im Fachbereich der Radiologie ist der Spitzenverdiener unter den niedergelassenen Ärzten mit eigener Praxis, was durch den großen Sprung mit über einer halben Million Euro Reinertrag deutlich wird. Allerdings zeigen diese Zahlen nicht das tatsächliche Einkommen eines Arztes. Denn der genannte Reinertrag ist nur ungefähr mit dem Bruttojahresgehalt von Ärzten, die in Krankenhäusern angestellt sind, zu vergleichen. Vom Reinertrag muss der niedergelassene Arzt noch die Einkommensteuer, alle Versicherungen für sich und seine Familie sowie die Beiträge zu Versorgungseinrichtungen bezahlen. Außerdem sind dies meistens Praxisgemeinschaften mit mehreren angestellten Ärzten, die natürlich ebenfalls Ihren Gehaltsanteil bekommen. Im Durchschnitt verdienen Ärztinnen und Ärzte mit eigener Praxis und einem oder mehreren Angestellten daher ein Netto-Gehalt, welches gerade mal 23,5 bis 24,5 Prozent des Gesamthonorarumsatzes beträgt. 

Somit verdienen Ärzte der weiter unten gruppierten Fachrichtungen mit eigener Praxis ein Gehalt von circa 5.500 Euro netto im Monat. Damit liegen sie zwar über dem durchschnittlichen Haushaltseinkommen in Deutschland. Allerdings darf nicht außer Acht gelassen werden, dass niedergelassene Ärzte mit eigener Praxis meist circa 60 Stunden pro Woche arbeiten, deutlich weniger Urlaub haben als andere Arbeitnehmer und von ihrem Nettogehalt oftmals noch den Kredit abbezahlen müssen, den sie für die eigene Praxis aufnehmen mussten.

Arzt untersucht KInd
fizkes/Shutterstock.com

Arzt-Gehalt – Welcher Arzt verdient am meisten?

Die Frage, wer in einer Klinik wie einem Universitätsklinikum am meisten verdient, wurde schon eingehend beantwortet. Der Chefarzt eines Krankenhauses liegt mit einem durchschnittlichen Gehalt von circa 24.000 Euro brutto pro Monat deutlich über dem der anderen Ärztinnen und Ärzte in einem Klinikum. Dafür trägt der Chefarzt aber auch die größte Verantwortung und auch der Weg bis ein Arzt oder eine Ärztin es in ihrer/seiner Karriere als Arzt  zum Chefarzt schafft, dauert lange. Neben jahrzehntelanger Berufserfahrung, vielen Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen müssen Ärztinnen und Ärzte für diese Position auch alle vorherigen medizinischen Karrierestufen erfolgreich durchlaufen haben. Ein Chefarzt muss zudem über betriebswirtschaftliche Kenntnisse verfügen, um dadurch die Finanzen der Klinik sowie die Wirtschaftlichkeit zu optimieren. Wie Sie Ihre Arztkarriere bestmöglich strukturieren, erfahren Sie in unseren Beratungsgesprächen mit unseren Vermittlern. Hier können Sie sich direkt einen kostenlosen und unverbindlichen Termin buchen.

Bei den niedergelassenen Ärzten ist der Topverdiener der Radiologe mit einem durchschnittlichen Gehalt von 370.000 Euro brutto pro Jahr. Doch auch hier können monatliche Verpflichtungen, wie abzuzahlende Kredite, das Netto-Gehalt mindern.

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Nicht nur das Arzt-Gehalt sollte ausschlaggebend sein

Es bestätigt sich, dass Ärzte mit ihren Gehältern definitiv Spitzenverdiener in Deutschland sind. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass das Medizinstudium Studenten bis zur Approbation viel abverlangt. Auch die Zeit als Assistenzarzt, die in der Regel fünf bis sechs Jahre dauert, ist sehr anspruchsvoll. Bis aus einem Medizinstudenten ein Assistenzarzt und anschließend ein Facharzt mit gutem Gehalt wird, vergehen einige Jahre. Die Wahl des Fachbereiches spielt ebenfalls eine große Rolle beim späteren Gehalt und der Entwicklung der Karriere. Dabei sollte aber niemals nur der Verdienst ein Auswahlkriterium sein. Viel wichtiger ist die Entscheidung für jenes Fachgebiet, welches Sie am meisten interessiert. Mit einer ansprechenden Bewerbung als Arzt sowie viel Motivation finden Sie eine Stelle, die Ihren Vorstellungen entspricht, ein angemessenes Gehalt einbringt und in der Sie Ihrer Berufung folgen können.