Arzt stapelt hölzerne Bauklötze aufeinander, auf denen verschiedene medizinische Symbole abgebildet sind
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Versicherungen für Ärzte: Das sind die wichtigsten Versicherungen

Ein unliebsames Thema und dennoch enorm wichtig: Versicherungen für Ärzte. Vielleicht suchen Sie gerade zum ersten Mal nach passenden Versicherungen oder evaluieren Ihre aktuellen Tarife und fragen sich: Wie sind Ärzte am besten versichert? Besonders im medizinischen Bereich sind Berufsrisiko und Verantwortung groß. Im heutigen Beitrag stellen wir Ihnen daher die wichtigsten Versicherungen für Ärzte vor und differenzieren dabei zusätzlich zwischen dem nötigen Versicherungsschutz von angestellten und niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten. Gleichzeitig werfen wir einen näheren Blick auf den Unterschied von privaten und gesetzlichen Krankenversicherungen für Ärzte.

Die Wahl zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung

Allem voran steht die Krankenversicherung, die eine Pflichtversicherung für Ärzte sowie generell für alle Menschen mit deutschem Wohnsitz ist. Ob nun die private Krankenversicherung für Ärzte sinnvoll ist oder ob Ärzte bei gesetzlichen Krankenversicherungen bleiben sollten, hängt von einigen Faktoren ab:

Zunächst können Sie im Angestelltenverhältnis erst ab einem Jahreseinkommen von 64.350 Euro brutto in die private Krankenversicherung für Ärzte wechseln. Grundsätzlich können Sie nach Ihrem Studium als Assistenzarzt mit einem Einstiegsgehalt unter der sogenannten Jahresarbeitsentgeltgrenze rechnen und fallen somit automatisch in die gesetzliche Krankenversicherung. Als selbstständiger Arzt haben Sie die Möglichkeit, zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung für Ärzte zu wählen. Prinzipiell bringt die private Krankenkasse für Ärzte einige entscheidende Vorteile mit sich:

  • Günstige Konditionen: Die genauen Kosten eines privaten Tarifs hängen vom jeweiligen Versicherer und den gewünschten Leistungen Der Grundbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung liegt bei 14,6 % vom Bruttolohn, wobei 50 % der Arbeitgeber übernimmt. Da Ärzte mit fortschreitender Karriere überdurchschnittlich gut verdienen, steigen auch die Versicherungskosten immer weiter. Bei der privaten Krankenversicherung können Sie allerdings die Tarife an Ihre Bedürfnisse anpassen und bei Bedarf nachjustieren.

  • Mehr Leistungen: Als Versicherungsnehmer der privaten Krankenversicherung haben Sie außerdem Zugang zu mehr Leistungen, die bei der gesetzlichen Krankenversicherung oftmals nicht abgedeckt sind oder selbst bezahlt werden müssen. Besonders im Falle von Krankheit oder bei speziellen Anforderungen wird der Unterschied zwischen den zwei Versicherungen deutlich: Privatpatienten erhalten meist schneller Termine, haben freie Auswahl in den Kliniken und genießen eine umfassende Kostenerstattung bei den meisten Medikamenten. Schließlich sollten Sie Kosten und Ansprüche gegeneinander abwägen, um sich für eine Krankenversicherung zu entscheiden.

Welche Versicherungen sind für Ärzte zu empfehlen?

Neben der verpflichtenden Krankenversicherung für Ärzte gibt es darüber hinaus auch einige weitere empfehlenswerte Versicherungen für Ärzte:

  • Berufshaftpflichtversicherung: Die Berufshaftpflicht für Ärzte gilt als wichtigste Zusatzversicherung im medizinischen Bereich und ist laut der Musterberufsordnung der Bundesärztekammer sogar verpflichtend. Trotz größter Sorgfalt und jahrelanger Expertise kann es im Ärztealltag zu Fehlern mit kostenintensiven Folgen kommen. Im Falle von Schäden bei Sachgegenständen, Personen und Vermögen kommt die Haftpflichtversicherung für Ärzte grundsätzlich auf. Ein Personenschaden kann beispielsweise bei einem Behandlungsfehler während einer komplizierten Operation oder längeren Therapie vorkommen. Der Jahresbeitrag variiert je nach Versicherungsgesellschaft und gewählter Versicherungssumme.

  • Rechtsschutzversicherung: Eine Rechtsschutzversicherung für Ärzte ist zwar nicht verpflichtend, stellt aber eine gute Ergänzung zur Berufshaftpflicht dar. Kommt es nämlich zu strafrechtlichen Folgen und Gerichtsverfahren, übernimmt die Rechtsschutzversicherung die Anwalts- und Verfahrenskosten. Das ist besonders wichtig, da im Härtefall sogar Suspendierungen oder Berufsverbote drohen. Dabei ist diese Versicherung in verschiedene Bausteine gegliedert wie zum Beispiel für Angelegenheiten im privaten Bereich, im Verkehr und bei Immobilien.

Als Ärzteversicherung ist besonders der Baustein „Beruf“ von großer Bedeutung, da er berufliche Risiken abdeckt. Die Kosten variieren hierbei je nach Tätigkeit und Absicherung: Angestellte Ärzte bekommen die Versicherung bereits ab 150 Euro im Jahr, während niedergelassene Ärzte bis zu 1.000 Euro zahlen können. In diesem Zuge ist es oft auch sinnvoll, den Spezial-Strafrechtsschutz für Ärzte in der Police zu inkludieren. Hier sollten Sie besonders darauf achten, dass die jeweilige Versicherung auf Ärzte spezialisiert ist und Sie im Falle einer Anklage auf Körperverletzung, Krankenversicherungsbetrug und Rechtsfragen mit den Finanzämtern schützt.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Auch die Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte ist äußerst empfehlenswert. Sollten Sie aufgrund von etwaigen Krankheiten nicht mehr in der Lage sein, Ihren Beruf zu 50 % auszuüben, sichert diese Versicherung Ihr Einkommen. Bei Vertragsabschluss vereinbaren Sie eine bestimmte Rentenhöhe, die im Ernstfall ausgezahlt wird. Sie sollten die Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, da die Versorgungswerke nur in äußersten Fällen Ihre Rente auszahlen.

Personen besprechen Vertragspapiere
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Welche zusätzlichen Versicherungen brauchen niedergelassene Ärzte mit eigener Praxis?

Abschließend können wir festhalten, dass sich die empfohlenen Versicherungen für Assistenzärzte und Ärzte mit jahrelanger Berufserfahrung nicht wesentlich unterscheiden. In Ihrer medizinischen Tätigkeit herrscht ein gewisses Berufsrisiko, das auch bei ausgeprägter Expertise und Sorgfalt rechtliche Folgen nach sich ziehen kann. Anders sieht es bei niedergelassenen Ärzten mit eigener Praxis aus. Als selbstständige Person tragen Sie weitere Verantwortungsbereiche und haben zusätzliche Risiken, die Sie mit den passenden Versicherungen für Ärzte abdecken können:

  • Krankentagegeldversicherung: Als niedergelassener Arzt genießen Sie alle Vorzüge sowie auch die Nachteile der Selbstständigkeit. Sollten Sie ein bis zwei Tage aufgrund einer leichten Erkältung zu Hause bleiben müssen, ist ein Verdienstausfall mit Sicherheit tragbar. Bei länger anhaltender Krankheit ist eine Krankentagegeldversicherung aber äußerst sinnvoll, da sie für Ihr Nettoeinkommen Als privat versicherter Arzt haben Sie die Möglichkeit, eine Karenzzeit zu vereinbaren, ab der Sie die versicherte Summe ausgezahlt bekommen. Der Versicherungsbeitrag variiert hier ebenfalls je nach Versicherung, Karenzzeit, Leistungsdauer und -höhe. Prinzipiell gilt aber: Je früher Sie die Krankentagegeldversicherung abschließen, desto günstiger wird es für Sie.

  • Praxisausfallversicherung: Eine Praxisausfallversicherung ist auch als Betriebsunterbrechungsversicherung bekannt. Sie ist für niedergelassene Ärzte unabdingbar, da sie für laufende Fixkosten wie Miete und Gehälter aufkommt, falls es zu einer vorübergehenden Praxisschließung aufgrund von Krankheit, Unfällen oder anderen Schäden kommt.

  • Praxisinhaltsversicherung: Mithilfe der Praxisinhaltsversicherung können Sie Ihr Praxisinventar vor Beschädigungen Dabei gibt es eine fest definierte Liste an Gefahren, die von der Versicherung anerkannt werden. Dazu zählen beispielsweise Schäden aufgrund von Feuer, Diebstählen oder Naturkatastrophen. Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihren Basistarif um einen Zusatztarif zu erweitern, der beispielsweise eine zusätzliche Glasversicherung beinhaltet und Bargeld oder Laptops erstattet. Da solche extremen Beschädigungen in Praxen seltener vorkommen, gibt es diese Versicherungen für Ärzte bereits ab 100 Euro im Jahr.

Neben den verpflichtenden Krankenversicherungen für Ärzte steht Ihnen grundsätzlich frei, welche weiteren Versicherungen Sie abschließen. Es kommt ganz darauf an, wo und wie Sie Ihre berufliche Tätigkeit als Arzt ausüben. Sprechen Sie bestenfalls mit einem Versicherungsmakler und lassen Sie sich beraten! Nur so können Sie sicherstellen, dass Sie für alle Eventualitäten bestens abgesichert sind.

 

Die bereitgestellten Informationen in diesem Beitrag sind nicht als bindende Rechtsauskunft zu betrachten. Wenden Sie sich bitte an Ihre Rechtsabteilung oder einen Anwalt, wenn Sie einen professionellen Rechtsbeistand benötigen sowie an Ihren Versicherungsberater, wenn Sie eine professionelle Auskunft über Ihre Versicherungsmöglichkeiten einholen möchten.

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